Die grüne Insel in Berlin: Besuch in der Botschaft von Irland

Am 10. Mai besuchten Mitglieder und Freunde der Bürgerinitiative Wilhelmstrasse Berlin Mitte die benachbarte Irische Botschaft in der Jägerstraße. Damit hat der Verein seine inzwischen schon traditionellen Botschaftsbesuche fortgeführt.

Der Empfang war äußerst freundlich und informell, was nach Worten der Gesandten Denise McQuade zur irischen Mentaltiät gehört. Frau McQuade hat den Besuchern sehr lebhaft und fundiert Irland dargestellt – immer wieder auch mit kleinen Anekdoten gespickt. Es wurde unter anderem über die irische Sprache (Irish Gaeilge) berichtet. Irish ist in Öffentlichkeit, Medien und Bildungssystem vertreten, in der Grundschule ist es sogar Pflichtfach. Orts-und Straßenschilder sind in der gesamten Republik nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Irish beschrieben. Der eine oder andere Bus trägt ein Schild nur in Irish, für Touristen nicht gerade eine Orientierungshilfe.

Wirtschaft und die Verbindung zu Deutschland spielen eine große Rolle. Wie ein Mitglied der Bürgerinitiative aus eigener Erfahrung berichtete, lässt sich da auch schon mal der irische Ministerpräsident Enda Kenny in Deutschland sehen, um sehr lebhaft das irische Rindfleisch zu preisen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und Kostproben anzubieten. Alles natürlich auf die nette, informelle irische Art. Diese zufällige, ungewöhnliche Begegnung mit Herrn Kenny fand vor nur wenigen Wochen in einem Delikatessenladen in Berlin statt.

Zur Arbeit der Botschaft gehört auch die etwa 12000 irischen Bürgr zu betreuen, die in Deutschland leben. Und selbstverständlich den Saint Patrick’s Day auszurichten. Saint Patrick gilt als der Schutzpatron der Iren und hat das Christentum auf die grüne Insel gebracht. Die jährliche, traditionelle  Saint Patrick’s Parade – die übrigens die größte im kontinentalen Europa ist – findet jedoch nicht in Berlin sondern in München statt. Bayern lässt grüßen, und zwar nicht nur beim Oktoberfest.

 Ein breiter Raum im Gespräch wurde dem Brexit gewidmet, der für das Land und seine Bürger große Veränderungen mit sich bringt. Angesichts der engen Verbindungen mit Großbritannien ist Brexit ein schwieriges Thema für das kleine Irland, das seit 1973 der EU angehört. Die Vorstellungen einer harten Grenze zu Nordirland will man gar nicht aufkommen lassen. Es gibt ja nach Jahren der großen Auseinandersetzungen endlich ein ziemlich entspanntes Miteinander – etwa Arbeiten auf der einen Seite, Wohnen auf der anderen, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen. Trotz Brexit hofft man, dass sich daran nichts ändert.

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