Adventsfeier mit Vortrag und musikalischen Rahmen begangen; Frohe Festtage und alles Gute im neuen Jahr

Vor einigen Tagen fand die traditionelle Adventsfeier der gemeinnützigen Bürgerinitiative Wilhelmstraße Berlin Mitte e.V. statt. Mit weihnachtlichem Schmuck und Kerzen hatten viele Bürger für eine festliche Stimmung gesorgt. Wie immer stellte der Jugendclub IKARUS den roten Salon für die Zusammenkunft zur Verfügung.

Ingrid Schramm hatte, wie auch in den vergangenen Jahren, ihre Gitarre mitgebracht und stimmte gemeinsam mit den Gästen weihnachtliche Lieder an. Zum Mitsingen lagen Texte bereit. Sehr anschaulich berichtete Frau Schramm von einer Reise nach Bethlehem. Danach forderte sie die Runde auf, in einem heiteren Quiz unseren Wortschatz und die Herkunft vieler Worte und Begriffe zu überprüfen, von denen viele auf die biblische Geschichte zurückgehen.

Gudrun Schmidt holte einen Vortrag nach, der schon vor einiger Zeit auf der Tagesordnung stand, aber damals wegen der Fülle aktueller Probleme verschoben werden musste. Im Mittelpunkt stand die Dichterin Gertrud Kolmar, nach der eine Straße in unserem Wohngebiet benannt ist.

Von der Literaturwissenschaft wird Gertrud Kolmar mittlerweile zu den bedeutenden Stimmen der deutschen Lyrik in der 1. Hälfte des 20. Jahrhundert gezählt. Mit bürgerlichen Namen hieß sie Chodziesner. Das Pseudonym Kolmar bezieht sich auf den Ort Chodziez in Posen, zu deutsch Kolmar, aus denen die Vorfahren ihres Vaters, eines angesehenen jüdischen Rechtsanwalts, stammten.

Die Dichtung Gertrud Kolmars, in der es auch heute noch vieles zu entdecken gibt, ist reich an Themen und Bildern aus der Natur, Geschichte, Mythos, Traum und zeichnet sich durch große Sprachkraft aus. Ihre glücklichste und produktivste Zeit verbrachte die 1894 in Berlin geborene Dichterin in Finkenkrug (gehört heute zu Falkensee). Das Leben dieser außergewöhnlichen selbstlosen, charakterstarken Frau wurde 1943 gewaltsam im KZ Auschwitz beendet.

Für eine schöne Bereicherung sorgte wie bereits in den vergangenen Jahren das Künstlerpaar Christa Weber und Christof Herzog. Diesmal hatten sie die Sage vom griechischen König Midas und seine Sucht nach immer mehr Reichtum in einem Kurzhörspiel gestaltet. Nach der Legende wollte Midas alles was er berührte zu Gold machen. Aber dieser Wunsch führte nach kurzem Erfolg in die Katastrophe. Reichlich Stoff zum Nachdenken …

Zum Ausklang trug Claudia Fehle sehr berührend ein Gedicht von Theodor Fontane vor. Es war ein gelungener Abend, an den man gern zurückdenkt. Es zeigte sich wieder einmal, über wieviel Potenzial die Bürgerinitiative verfügt, das kulturelle Leben und das Miteinander der Menschen im Kiez zu bereichern.

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