Gemeinsamer Besuch unserer Bürgerinitiative in der Russischen Botschaft

Am 25. Juni haben viele Mitglieder unserer gemeinnützigen Bürgerinitiative Wilhelmstraße Berlin Mitte e.V. sowie Nachbarn und Freunde zusammen die russische Botschaft Unter den Linden besucht. Eine sehr symphatische Dame, Frau Anastasia Goryaeva, hat uns freundlich an der Pforte empfangen und in das herrschaftliche Gebäude hineingeführt.

Schon die Eingangshalle mit der großen Treppe und ihrem kunstvollen Geländer, den kostbaren Vasen, den Wandverzierungen und den Marmorsäulen hat uns durch ihren festlichen, prunkvollen Stil stark beeindruckt. Und erst recht die anderen Räume! Angefangen mit der mächtigen Empfangshalle, ein Kuppelsaal der für Feierlichkeiten und Empfänge gedacht ist und durch das große Glasmosaik fasziniert, das den Kreml abbildet.

Sodann die beiden Sitzungssäle zur Rechten und zur Linken mit den großen Spiegeln und imposanten Kronleuchtern, der Herrensalon mit seinen Wandlämpchen, die laut Frau Goryaeva wohl aus der ehemaligen Reichskanzlei stammen und auf denen der gar nicht mehr so stolze Reichsadler umgekippt auf den Fußboden äugt. Und schließlich der Damensalon mit seiner lauschigen Sofaecke. Überall hängen viele Gemälde und Reliefs an den Wänden, in dem rechten Sitzungssaal sogar noch die Wappen aller Sowjetrepubliken und ganz groß das Emblem der Sowjetunion: Hammer und Sichel.

Frau Goryaeva erzählte uns, dass das Russische Reich im Jahre 1837 das Gelände kaufte und das damals dort befindliche Rokoko-Palais umbauen und erweitern ließ für Fest- und Konzertsäle, Diplomatenwohnungen, Kanzleien, sowie eine Wohnung für den Zaren bei seinen Aufenthalten in Berlin. Seither war es Sitz der russischen und später sowjetischen Botschaft – mit Ausnahme der Jahre 1914–1918,  als die diplomatischen Beziehungen beider Staaten während des Ersten Weltkriegs unterbrochen waren. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg 1941 und der Ausweisung aller sowjetischen Diplomaten wurde das Gebäude geräumt und versiegelt. Im Juni 1942 zog in das Gebäude das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete ein. Das Gebäude wurde im Februar 1944 bei den Luftangriffen der Alliierten zerstört.

Nach Kriegsende und mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR beschloss die Sowjetunion, auf dem gleichen Grundstück – nunmehr in Ostberlin – ein neues Botschaftsgebäude zu errichten. So entstand von 1949 bis 1951 das dreiteilige, symmetrische Gebäude mit Werksteinfassade und zwei langgestreckten Seitenflügeln um den Innenhof. In diesen konnten wir vom Konzertsaal aus hineinschauen auf den Springbrunnen, die vielen Blumen und auf die stattliche Leninbüste.

Nach der Auflösung der Sowjetunion ging der gesamte Gebäudekomplex in den Besitz der Russischen Föderation über.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal Frau Goryaeva und natürlich dem russischen Botschafter Wladimir M. Grinin sowie dem Botschaftspersonal für ihre Offenheit und Gastfreundlichkeit und wünschen weiterhin gute Nachbarschaft aus dem Bauensemble Wilhelmstraße und Umgebung.

No Comments

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.