Fehlende Sicherheit für Feriengäste und Bewohner

Der Verwaltungsbeirat Zähringerstr. 20/21, 10707 Berlin und die Bürgerinitiative Wilhelmstraße Berlin Mitte fordern von den Politikern die gleichen Sicherheitsanforderungen in Häusern mit Ferienwohnungsbetrieb wie für Beherbergungsstätten mit mehr als 12 Betten.

Das Landgericht Berlin sieht das in seinem Urteil vom 19.6.09 ähnlich, die Vermietung von Ferienwohnungen ist nicht mit normalem Wohnen vergleichbar. Drucksache 85T 48-08 WEG (Auszug)

Hintergrund:

Wir nehmen als konkreten Bezugspunkt das Wohnhaus Zähringerstr. 20/21, in dem von insgesamt 60 gleichartigen Kleinwohnungen von etwa 43 qm Fläche heute 17 Wohnungen als Ferienwohnungen genutzt werden. Früher waren diese 60 Kleinwohnungen in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf fast durchgängig mit Einzelpersonen, also 60 Personen, die dort langfristig wohnten belegt.

Durch den Ferienwohnungstrick haben heute jedoch Ferienwohnungsbetreiber 17 Wohnungen in diesem Haus zu Ferienwohnungen umgenutzt. Dadurch wurde die Anzahl der Personen, die sich in der Zähringerstr. 20/21 aufhalten, mit allen negativen Folgen für die Sicherheit im Hause, drastisch erhöht. Im Vergleich mit Dauerbewohnern sind die Personendurchlaufzahlen in den 17 Ferienwohnungen geradezu gigantisch!!!

Aus diesem Grunde wurden in der Zähringerstr. konkrete Daten erfasst, um in Statistiken den typischen Touristendurchlauf darzulegen.

In der Zähringerstr. 20/21 übernachteten in den Jahren 2007 und 2008 durchschnittlich, ca. 5.000 Touristen jährlich in den 17 Ferienwohnungen. Eine Ferienwohnung wurde somit im Beobachtungszeitraum von ca. 294 Touristen jährlich frequentiert. Im Vergleich dazu hatte, vor dem Ferienwohnungstrick, lediglich 1 Person dauerhaft in einer dieser 17 Wohnungen gewohnt. Dies nennen wir eine geradezu gigantische Verschiebung der Verhältnisse und hat mit normalem Wohnen nichts mehr gemeinsam.

Die in der Zähringerstr. erfassten Verhältnisse auf die Wilhelmstr. übertragen, bedeutet bei heute 220 Ferienwohnungen in dem „Großhotel in der Wilhelmstr.“ den Durchlauf von etwa 60.000 – 70.000 – Touristen in einem Jahr!!!

Selbstverständlich können die Touristenströme je nach Stadtbezirk, Jahreszeit, Konjunkturlage, Modeerscheinungen, Werbemaßnahmen im Internet usw… schwanken.

Sollten jedoch, in der Wilhelmstr. etwa nur 50.000 oder nur noch 40.000 oder sogar nur noch 30.000 Touristen die Ferienwohnungen jährlich durchströmen, hätte auch dies mit Wohnen nichts mehr zu tun. Dies ist für uns Beherbergen; allerdings ohne jedwede Hotelsicherheit!

Dies betrachten wir auch als extrem unfair gegenüber den korrekten Hotels.

Wie weit der Ferienwohnungstrick heute in Berlin geht, zeigen z.B. die polnischen Bauarbeiter, die während ihrer 3 Tage Berlinaufenthalt tagsüber auf der Baustelle ihre „Ferien“ verbringen und abends ihren „Ferientag“ zu viert oder fünft in einer „Ferienwohnung“ ausklingen lassen.

Durch die Verhältnisse ohne Hotelrezeption und damit ohne jede Personenkontrolle, sogar ohne jede Kontrollmöglichkeit, kommen auch immer wieder Touristen, die zum Beispiel für 3 Personen bezahlen und noch 3 „Schwarzfahrer-Freunde“ in die Ferienwohnung nachholen. Nach einem Brand in so einer Ferienwohnungsanlage könnten deshalb nicht einmal alle Leichen identifiziert werden.

Bei dem Stichwort Brand denken wir aber vor allem an das Chaos und die Panik von aus der ganzen Welt zusammen gewürfelten Touristen, die sich nicht einmal gegenseitig verständigen können und wegen des Ferienwohnungstricks im Notfall deshalb durch kein ausgebildetes und vor allem anwesendes Hotelpersonal in die Sicherheit gelenkt werden.

Fazit: Durch den sich heute immer weiter ausbreitenden Ferienwohnungstrick gibt es in solchen Häusern eben keinerlei Hotelsicherheit. Diese absolut notwendige Sicherheit, die über Jahrzehnte, aus der Praxis von schlimmen Unfällen heraus, von Fachleuten entwickelt wurde und die vielen harmlosen, unwissenden Touristen schon die Gesundheit oder sogar das Leben gerettet hat; ohne dass dies jemand bewusst und anerkennend wahrgenommen hat, da nur Katastrophen in der Presse erscheinen.

Wir bitten Sie deshalb den Halbsatz in der BetrVo (Teil IV, Abschnitt 2, §14):
– „… ausgenommen ist die Beherbergung in Ferienwohnungen “ –
ersatzlos zu streichen.

Mit der Streichung dieses Halbsatzes sind unseres Erachtens fast alle Sicherheits- und Fairnessfragen, ob Hotel, hotelähnlich, Pension, pensionsähnlich oder Ferienwohnungsanlagen mit mehr als 12 Gastbetten sehr rasch, völlig problemlos und zufriedenstellend gelöst.

Mit der Streichung obigen Habsatzes dienen Sie mit Sicherheit dem Schutz des Lebens und der Gesundheit aller Menschen, Touristen und Dauerbewohnern, die sich in einem solchen Hause aufhalten.

1 Comment

One Response to “Fehlende Sicherheit für Feriengäste und Bewohner”

  1. Charlotte Weider sagt:

    Es ist absolut wichtig, Partner für unsere Anliegen zu finden. Das ist ein guter Anfang. Hoffentlich steigt DEHOGA ein, um dem „Ferienwohnugstrick“ schon sehr bald ein Ende zu setzen. Weiter so!

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